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Jetzt ist mein Silvestereintrag schon gut ein halbes Jahr her. Und was ist aus meinen Wünschen geworden?

Ich wünschte mir mehr gute als schlechte Tage. Ob sich dies bisher erfüllt hat, wage ich nicht zu beurteilen. Nach wie vor gibt es viele von diesen Tagen, an denen der Frust über alles und jeden überwiegt.
Aber es gab auch viele, viele wunderschöne Momente bisher in diesem Jahr. Wenn auch die schönsten mittlerweile längst mit einem bitteren Nachgeschmack behaftet sind.

Ich wünschte mir, dass ich bewusst hier in der neuen Stadt ankomme. Ich denke, das ist passiert. Diese WG passt so unheimlich gut zu mir, dass es mich richtig traurig stimmt, dass dieses so gut aufeinander abgestimmte Dreiergespann sich in naher Zukunft zumindest zum Teil auflösen wird.

Ich wünschte mir, dass ich besser mit Menschen auskomme. Ich fürchte, das ist mir nicht gut gelungen, auch wenn ich mir nach wie vor Mühe gebe. Was ich in jedem Falle gelernt habe, ist, dass vermeintliche Menschenkenntnis oftmals nur ein Trugschluss ist und das Menschen dazu neigen, genau das Gegenteil von dem zu sein, was der erste Eindruck vermuten lässt. Das macht den Umgang mit ihnen nicht leichter; aber defintiv spannender.

Ich wünschte mir, dass mir die Menschen, die mir nahe standen, nahe bleiben sollten und dass es ihnen gut geht. Glücklicherweise geht es allen den Menschen, an die ich dachte, als ich diese Zeilen damals schrieb, noch immer gut. Ob sie mir jedoch gleich nahe geblieben sind, wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich ist es eine natürliche Entwicklung, dass man bei einigen Menschen irgendwann merkt, dass zwei Leben sich vollkommen in andere Richtungen bewegen können und nur noch schwer auf einen Nenner zu bringen sind. Bei anderen bleibt der Gedankenaustausch ein Bedürfnis, egal wie stressig oder unangenehm das Leben gerade ist. So schläft die eine Freundschaft vielleicht ein wenig ein, während die andere sich intensiviert. Unangenehm ist mir eigentlich keines von beiden.

Ich wünschte mir echte Lebenszeit. Nach meinen eigenen Maßstäben habe ich in den letzten Monaten wieder nicht so viel "gelebt" wie ich es mir wünschen würde, aber wenigstens habe ich für kurze Zeit erlebt, wie intensiv sich lebendig sein zeitweilig anfühlen kann. Trotzdem erscheint es mir sehr komisch, dass sich die Zeiten, in denen man sich am lebendigsten vorkommt, gerade die sind, die sich im Nachhinein wie ein Traum anfühlen. Vielleicht weil es "zu schön ist, um wahr zu sein"?

Ich bin gespannt, was ich am Ende dieses Jahres noch zu den Wünschen zu sagen haben werde. Vielleicht wird ja doch noch alles gut...

8.6.08 23:55

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